zurück | Über uns | Geschichte der Comedian Harmonists | Termine | Bilder | Gästebuch | Links | Impressum
Geschichte der Comedian Harmonists
Die Comedian Harmonists wurden in Berlin-Friedenau in der Wohnung von Harry Frommermann (Stubenrauchstraße 47) gegründet. Dort
erinnert eine Gedenktafel an diese Gesangsgruppe. Inspiriert von den Aufnahmen der amerikanischen Gruppe "The Revelers" erschien
am 18. Dezember 1927 im Berliner Lokal-Anzeiger eine Anzeige, in der Harry Frommermann Sänger für eine neue Gruppe suchte:
"Achtung. Selten. Tenor, Bass (Berufssänger, nicht über 25), sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes
Ensemble unter Angabe der täglich verfügbaren Zeit gesucht. Ej. 25 Scherlfiliale, Friedrichstr. 136."
Das Vorsingen brachte Frommermann mit Robert Biberti zusammen, der wiederum seine Kollegen Ari Leschnikoff und Roman Cycowski aus
dem Chor des Großen Schauspielhauses mitbrachte. Durch Leschnikoff fand Erwin Bootz zur Gruppe. Erich Collin war ab 1929 mit von
der Partie. Die Legende, Johannes Heesters sei seinerzeit zum Vorsingen erschienen, wurde in Interviews durch Robert Biberti mehrfach
verbreitet. Heesters selbst bestreitet dies jedoch. Am 28. September 1928 gaben die Comedian Harmonists im Großen Schauspielhaus
des Berliner Varieté Königs Erik Charell ihr Debüt. Zum Anfang traten sie nur als Showeinlage im Rahmen eines größeren Revueprogramms
auf, doch gaben sie bereits mit ihrem kleinen Programm Gastspiele in anderen Städten. Ein besonderer Erfolg war ein Auftritt Ende
1929 in Leipzig. Durch diesen Erfolg ermutigt, organisierten die Comedian Harmonists eine eigene Konzerttournee. Die Premiere am
26. Januar 1930 in Leipzig wurde zu ihrem großen Durchbruch, und Lieder wie Veronika, der Lenz ist da oder Mein kleiner grüner Kaktus
gewannen ein internationales Publikum. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 bekam die Gruppe immer mehr Schwierigkeiten,
da drei ihrer Mitglieder (Frommermann, Cycowski und Collin) Juden waren. Im Mai 1934 erhielten sie in Deutschland Auftrittsverbot und
tourten bis zu ihrer Auflösung 1935 nur noch im Ausland. Einer der Höhepunkte ihrer Tournee war das Konzert auf dem Flugzeugträger
USS Saratoga in New York City vor der versammelten US-Atlantik- und Pazifikflotte im Juni 1934. Die drei jüdischen Mitglieder des
Ensembles wanderten schließlich aus. Zwischen 1935 und 1941 existierten zwei Nachfolgeensembles: die verbliebenen "arischen"
Mitglieder der Comedian Harmonists vervollständigten ihr Ensemble mit neuen Mitgliedern und traten fortan in Deutschland unter dem
Namen Meistersextett auf. Die jüdischen Mitglieder taten im Exil das gleiche und tourten unter dem Namen Comedy Harmonists. Alle sechs
Mitglieder der Comedian Harmonists überlebten den Zweiten Weltkrieg, traten aber nie wieder gemeinsam auf.